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Netzhaut­vorsorge und Netzhaut­untersuchung

Netzhaut­vorsorge und Netzhaut­untersuchung

Warum ist die Netzhaut so entscheidend?

Unsere Augen sind für viele Menschen das wichtigste Sinnesorgan: Ein großer Teil der Informationen aus der Umgebung wird über das Sehen aufgenommen. Die Netzhaut (Retina) ist dabei das empfindlichste „Empfangsgewebe“ im Inneren des Auges.

Hier werden Lichtreize in elektrische Signale umgewandelt und über den Sehnerv zum Gehirn weitergeleitet. Besonders wichtig ist die Makula – die Stelle des schärfsten Sehens.

Veränderungen in diesem Bereich können sich zum Beispiel beim Lesen, Erkennen von Gesichtern oder beim Autofahren bemerkbar machen. Je früher Auffälligkeiten erkannt werden, desto besser lassen sich viele Erkrankungen behandeln oder in ihrem Verlauf bremsen.

Aufbau des Auges

Das menschliche Auge ist ein hochkomplexes Sinnesorgan. Den sensibelsten Teil des Auges stellt zweifellos die Nervenfaserschicht der Netzhaut im Inneren des Auges dar.

Im hinteren Bereich des Augapfels werden diese Nervenfasern zu einem einzigen „Kabel“ gebündelt. Dieser Bereich wird als Sehnervenkopf oder Papille bezeichnet. Von dort führen diese Sehnervenfasern durch mehrere Gehirnbereiche zum Sehzentrum im Hinterkopfbereich. Auf der Netzhaut befindet sich zudem die so genannte Makula. Dabei handelt es sich um die die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut. Wird die Netzhaut an dieser Stelle zerstört, spricht man von der Makuladegeneration.

Welche Erkrankungen können die Netzhaut betreffen?

Bei einer gezielten Netzhautkontrolle achten wir unter anderem auf Hinweise auf:

  • Altersabhängige Makuladegeneration (AMD).
  • Gefäßverschlüsse, z. B. Arterien- oder Venenverschlüsse am Augenhintergrund.
  • Diabetische Netzhautveränderungen (diabetische Retinopathie).
  • Veränderungen an Netzhaut und Aderhaut, z. B. gutartige oder bösartige Tumoren.
  • Risiken bei starker Kurzsichtigkeit, etwa Netzhautlöcher oder Netzhautablösungen.

Wie läuft die Netzhautuntersuchung ab?

Bei der normalen Routinekontrolle ist häufig vor allem der zentrale Bereich der Netzhaut gut einsehbar. Bei einer gezielten Netzhautuntersuchung betrachten wir – je nach Methode – auch weiter außen liegende Netzhautbereiche, die sonst leicht übersehen werden können.

Oft dokumentieren wir den Befund zusätzlich mit digitalen Aufnahmen. Das hat einen großen Vorteil: Die Bilder können gespeichert und bei späteren Terminen direkt verglichen werden. So lassen sich auch kleine Veränderungen früh erkennen.

Wie oft ist Netzhautvorsorge sinnvoll?

Als Orientierung empfehlen wir häufig:

  • Routinemäßig alle 4 Jahre.
  • Bei starker Kurzsichtigkeit, etwa alle 3 Jahre.
  • Ab 60 Jahren, etwa alle 2 Jahre, unter anderem wegen des erhöhten AMD-Risikos.

Wichtiger Hinweis zur Pupillenerweiterung

Für eine gründliche Untersuchung kann es nötig sein, die Pupillen mit Tropfen zu erweitern. Das dauert meist 20–30 Minuten.

Danach sind Sie für 3–4 Stunden häufig blendempfindlich und sehen vorübergehend unscharf. In dieser Zeit sollten Sie kein Auto fahren. Kommen Sie am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder lassen Sie sich abholen. Auf Wunsch unterstützen wir auch gern bei der Organisation eines Taxis.

Tipp: Die Netzhautuntersuchung lässt sich gut mit einer Glaukomvorsorge kombinieren – für noch mehr Sicherheit.